Im frühen Vorfeld unseres STONES-CLUB-SILBERJUBILÄUMS (06.07.19) führten wir ein Interview mit Wolfgang Wynands, dem Bandleader der bekannten Blues-Band SATURDAY NIGHT FISH FRY!

Liebe Stones-Club-Mitglieder, liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

als Stones-Club stehen wir mitten in der Vorbereitung unseres STONES-CLUB-SILBERJUBILÄUMS (http://www.stones-club-aachen.de/category/stones-club-silber-jubilaeum-am-06-07-2019/), das wir am 06.07.2019 in der „KAPPERTZ-HÖLLE“ begehen werden.

Diese Veranstaltung wird, so weit es uns möglich ist, perfekt werden!

Eingeplant für dieses Event ist u. a.  die bekannte SATURDAY NIGHT FISH FRY-Bluesband (SNFF) aus Eschweiler. Mit deren Bandleader Wolfgang Wynands führten wir das nachstehende Interview.

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Zur Person:
Wolfgang Wynands, genannt „Wah Wah“

Alter? 
Just 56 geworden

Beruf? Journalist

Bandleader der SATURDAY NIGHT FISH FRY seit?

Seit die Band als „Good ol’ Boys“ gegründet wurde. Näheres dazu, also zur Geschichte der Band und wie sie zu SNFF wurde, gibt’s auf unserer Webseite www.satniff.de.  Also Bandleader hört sich etwas hochgestochen an. Ein Bandleader hat Ahnung von Noten, Harmonielehre, Arrangements und so einem Kram und ich kann beileibe nicht eine einzige Note lesen. Das kommt bei mir aus dem Bauch und davon hab ich reichlich J. Sagen wir mal so: Ich war schon immer die treibende Kraft, die mehr oder weniger die Songs ausgesucht beziehungsweise im Falle unserer eigen Stücke geschrieben hat. Wobei das dann irgendwie auch so eine Art demokratische Diktatur ist. Also jeder schlägt Stücke vor – aber am Ende des Tages stehe ich dann vorne in der ersten Reihe und „muss“ die Sache „verkaufen“. Und dabei ist es schon hilfreich, wenn man die Songs mit Bock und Überzeugung rüberbringt. Letztlich habe ich das letzte Wort irgendwo. Das wird allerdings nicht sonderlich strapaziert, meistens sind wir uns einig, ob ein Song passt oder nicht. Und meistens setzt der Gesang dabei die Grenzen. Ich bin auch nur zum Mikro gekommen, weil gerade kein anderer da war und kann wirklich nicht alles singen.

Wie lange existiert SATURDAY NIGHT FISH FRY (SNFF) schon?

Wenn man die „Good ol’ Boys“ hinzurechnet, was man eigentlich zwingend muss, sind wir jetzt im 30. Jahr. Die 25 haben wir vor fünf Jahren noch groß gefeiert mit allerlei Gastmusikern, die im Laufe der Jahrzehnte mal die Spur der Band gekreuzt haben. Es war ein lustiger Abend, an dem viel improvisiert wurde, was das Publikum Gott sei Dank nicht wirklich gemerkt hat. Dass ist der „Vorteil“ wenn Du nicht gerade die Gassenhauer des Genres spielst, die quasi jeder mitträllen kann. Die Leute draußen kennen die allermeisten Songs nicht und hören so auch nicht unbedingt die vermeintlichen Fehler, jedenfalls, so lange man sich in ein und der selben Tonart bewegt. Von den 30 Jahren lag die Band aber auch ein paar Jahre auf Eis: Studium, Ausbildung, und so etwas. Aber wir haben die Band nie aufgelöst und die Reunion nach Studienjahren war fest vereinbart und so ist es dann auch gekommen

Wann hat sich die derzeitige Band-Formation ergeben?

Gute Frage, zu der ich eigentlich einen ganzen Roman erzählen müsste. Hier die Kurzform: In den zurückliegenden zehn Jahren gab es keine einzige Umbesetzung. Das ist schon erstaunlich genug. Als unser Sänger und Harpspieler Erwin für immer von uns gegangen ist, haben wir eine Zeitlang als Quartett weitergemacht. Den Gesang hatten Erwin und ich uns ohnehin schon geteilt. Wir haben auch nicht nach einem Ersatz an der Harp gesucht. Aber eines Tages lief mir bei der Blues Session in Vaals Boris über den Weg. Wir waren uns direkt sympathisch und ich lud ihn zur Probe ein und damit waren wir wieder ein Quintett. Mit Ansage, also genug Zeit Erstaz zu suchen, ist dann unser Drummer Winni ausgestiegen um sich  einem Mundart-Projekt zu widmen, ziemlich zeitintensiv in einer karnevalsbekloppten Stadt wie Eschweiler. Damit kam Stoney an den Drums. Der war gerade „drin“, da hörte der frisch verrentete Bassist,  auf, um ungetrübt mit Wohnmobil und Kajak durch die Welt zu reisen. Unser Bandfreund Paul hat dann für drei schon feststehende Gigs ersatzweise Bass gespielt, bis wir Hans-Josef gefunden haben. Zu dem Zeitpunkt waren nur noch Majid an der Gitarre und ich übrig.  Jetzt kann man sich fast denken, dass Majid dann auch noch gegangen ist. Er hatte schon länger ein zweites Projekt am Start und kam mit der Zeit nicht mehr hin. Der Gig mit den Starfuckern war unser letzter gemeinsamer Auftritt. Und damit war der Weg frei für einen Pianisten. Wollte ich eigentlich immer schon haben, aber zwei Gitarren plus Piano plus Harp – das fand ich immer zuviel. Und seitdem ist der „Tastentoni“, bürgerlich Andreas, unser letzter Neuzugang. Ab dem Drummer hat sich das so innerhalb eines Jahres zugetragen. Bewegte Zeiten, aber ich finde, gerade das Piano tut uns gut.

Wie ist der Altersschnitt in Eurem Band-Beritt?

Mea culpa, das weiß ich ehrlich gesagt nicht.  Ich bin, glaube ich, der Älteste, Andreas ist so meine Kragenweite, die anderen sind roundabout so einen Zehner jünger, denke ich. Wobei das Alter ja nicht unbedingt ein entscheidender Faktor ist. Musik kennt kein Alter.

Weshalb spielt Ihr gerne für den ROLLING STONES-CLUB-AC/STOLBERG?

Weil ihr fair bezahlt 🙂. Nein, im Ernst, wir spielen ja auch Benefiz für euch. Wir, also damals Erwin und ich, haben euch ja quasi bequatscht, weil wir fanden, dass unsere Musik ganz gut das widerspiegelt, was die Stones zu ihren Gründungsjahren gespielt haben: schroffen Rhythm’n’Blues, rough and ready, it’s hat only Rock’n’Roll and we like it. Ich erinnere mich junger Jahre, in denen ich nach Sweet und Slade beim alten Rock’n’Roll gelandet bin. In den Ferien ging’s in ein Zeltlager und irgendwer hatte eine Kassette mit den Stones dabei: „Ey, hör mal, die Nummer heißt Come on, stark was.“ Klar, hab ich geantwortet, ist ‚ne Nummer von Chuck Berry. Chuck wer? Wir spielen bis heute eine Berry-Nummer, allerdings eine eher unypische: No money down, kein Geld in der Tasche…

Was war für uch mit dem STONES-CLUB das bisher beste Event?

Alle waren auf ihre Art toll, auch die Benefiz-Geschichte im Eschweiler Burghof und das improvisierte Hound Dog mit Buffy Scorpion. Wir haben übrigens nicht Hound Dog, sondern quasi Eddie Cochrans 20 Flight Rock gespielt und Buffy Hound Dog drüber gesungen. Aus persönlicher Sicht war der Gig mit den Starfuckern natürlich etwas Besonderes, weil es der letzte Auftritt mit meinen Freund Majid war.

Wie findet und empfindet Ihr das STONES-CLUB-Publikum?

Toll. Weil es Geschmack hat und sehr versiert ist, was Rock’n’Roll angeht. Weil die Stoner und Stonerinnen eben einfach eine Affinität zu der bluesverwandten Musik haben, die wir spielen. Sie lieben die Vierviertel genau wie wir. Wir haben dann auch   überlegt, was wir dem Stones-Publikum Gutes tun könnten und haben, ich glaube schon für das Benefizkonzert, oder war es doch der Gig mit den Starfuckern? – egal, jedenfalls haben wir eine alte Erwin-Nummer, also ein Stück das er noch gesungen hat wieder rausgekramt und neu arrangiert. Unser „Little Red Rooster“ klingt zwar eher ein bisschen nach James Brwon, weil wir den Hahn auf das Sex-Machine-Riff gesetzt haben – aber: who cares. Wir hoffen es hat gefallen und gefällt noch, die Nummer ist nämlich seitdem wieder fest im Repertoire.

Wie seht Ihr Euren Auftritt im kommenden Jahr (06.07.2019) in der „KAPPERTZ-HÖLLE“ zum STONES-CLUB-SILBERJUBILÄUM als SUPPORT ACT zu den STARFUCKER aus Berlin?

Wir sehen ihm mit Freuden entgegen. Wir proben auch schon fleißig! Ganz ehrlich: Ich selbst bin jetzt nicht der größte Stones-Experte. Wäre ich in der Zeit groß geworden und hätte mich zwischen Beatles und Stones entscheiden müssen, wäre der Zeiger ganz klar zu den Steinen ausgeschlagen. Beatles waren mir immer zu brav. Was ich bei den Fuckern aber zu hören geglaubt habe, ist, dass sie zwar ziemlich hart am Original arbeiten, aber auch nicht Note für Note eins zu eins kopieren. Außerdem kommen die live äußerst sympathisch rüber und haben einen guten Sänger. Sie bewahren einerseits das „Erbe“, wenngleich die Stones sicher noch 20 Jahre auf Tour gehen, machen aber auch irgendwie ihr eigenes Ding daraus.

Bleibt Ihr als SNFF dem Blues treu oder wagt Ihr auch Experimente?

Also ich persönlich kann gar nicht anders, als dem Blues treu zu bleiben. Ich kann sicher ein bisschen Country, mit viel Üben kriege ich auch etwas jazziges hin, aber der Weg führt immer wieder zurück zum Blues. Wobei – einen klassischen Blues haben wir gar nicht im Programm und ich sehe uns auch eher so, wenn man denn eine Schublade will, als Rhythm’n’Roll-Band. Ich bin persönlich auch erst über den Rock’n’Roll, über Berry, Little Richard und Jerry Lee auf den Blues gestoßen. Experimente innerhalb des Genres? Immer gerne. Little Red Rooster ist so ein Beispiel, oder meine Nummer „Whopbobalula Bebopalula-Girl“, die im schnellen Ska daherkommt. Im Moment arbeiten wir an einer Nummer, die im Prinzip zu 50 Prozent Reggae und trotzdem bluesig ist.

Habt Ihr für das STONES-CLUB-SILBERJUBILÄUM schon eine grobgerasterte SET-LISTE ins Auge gefasst?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Das ist auch noch zu weit weg. Das letzte Jahr war durch die Umbesetzungen auch eher dadurch geprägt, dass alle das erst mal das Basis-Programm draufhaben. In der neuen Formation sind aber immerhin schon zwei neue Nummern hinzugekommen. Jetzt war Ferienpause und die nächsten Gigs stehen an, so dass wir bis so Anfang November auch nicht großartig dazu kommen werden viel Neues zu machen. 

Was ist für Euch das Besondere an der Lokation „KAPPERTZ-HÖLLE“?

Die schnuckelige 60er-Atmosphäre, wie man sie kaum noch findet. Das viele Holz, dass einen warmen Sound macht. So Säle wie in Eilendorf sterben einfach aus. Siehe zum Beispiel Saaltheater Geulen. Das ist wirklich schade, denn die Atmosphäre kann ein moderner Saal einfach nicht kreieren. Und die Geschichten die so alte Säle zu erzählen haben sind unwiederbringbar. Nicht zuletzt ist auch der Höllenwirt, euer Ehrenmitglied Peter Kappertz, ein großer Sympath. So einer mit dem man Pferde stehlen kann. Das ist selten geworden in diesen Zeiten.

Vermissr Ihr nach wie vor als Band den leider viel zu früh verstorbenen Erwin Görres?

Ich schon. Er war men bester Freund und wenn diskutiert wurde, der ruhende Pol, der es immer verstand die Sachen dann doch unter einen Hut zu bringen. Die anderen haben ihn, bis auf Tastentoni, der mit ihm in einer anderen Band ganz viel früher schon einmal zusammengespielt hat, ja leider nie kennen gelernt. An seinen tiefen Bass in der Stimme ist natürlich kein Rankommen, das ist, einmal ganz abgesehen vom Menschlichen, nicht zu ersetzen. Erwin ist aber bei jeder Probe zugegen. Ein großes Bild von ihm hängt im Proberaum. Und als es darum ging in der Umbesetzungsphase neue Musiker zu finden, die passen, habe ich das ein oder andere Mal schon gefragt, wie Erwin die Sache wohl sehen würde. Ebenfalls unersetzbar ist er nach der Probe an der Theke in der Stammkneipe.

Hat SNFF aus seiner Sicht einen hundertprozentigen Ersatz für Erwin gefunden?

Was soll ich dazu sagen? Gesanglich, siehe oben, ist er nicht zu ersetzen. Und Boris ist ein fantastischer Harpspieler und ein unheimlich netter Kerl

Welche Auftritte habt Ihr bis zum STONES-CLUB-SILBERJUBILUM schon fest geplant und wo finden die statt?

Genaues steht natürlich auf unserer website. Am 15. September sind wir beim Aachen September Special auf dem Münsterplatz. Ab 15 Uhr wird zurückgerockt. Eine Woche drauf sind wir in Stolberg, bei Otto im Piano. Im November steht ein Gig in Aldenhoven im „Rockheaven“ auf der Agenda. Dazwischen sind wir noch im Kleinen Gürzenich in Eschweiler. Kleiner Gürzenich ist übrigens wörtlich zu nehmen,  das wird kuschelig! Ach ja – in der Hölle sind wir auch noch mal, eine Benefiznummer für einen wohltätigen Aachener Verein. Da spielen wir auch nicht allein sondern mit der Somebody Wrong Bluesband, in der ich auch mal ein paar Jahre Gitarre gespielt habe, Get Back und, ja den Stones kann man irgendwie nicht aus dem Weg gehen, Red Rooster. Ein munterer Vierer, denke ich. Und anschließend legt Veranstalter Peter Jumpertz auch noch auf.

Freut Ihr Euch jetzt schon auf Euren Auftritt vor dem Stones-Kenner-Publikum am 06.07.2019?

Wie Bolle! Nein wirklich. Die Konzerte bei euch sind alleine schon von der familiären Atmosphäre her für uns etwas ganz Besonderes. Und irgendwer soll ja auch 70 werden. Kann also gar nichts schiefgehen…

Herzlichen Dank für dieses Interview im Namen des Stones-Clubs.

FACEBOOK: https://www.facebook.com/SNFFgermany/

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Das Interview mit Wolfgang Wynands führte Stones-Club-Manager Manni Engelhardt.

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