Stones-Club-Präsidiumsmitglied Dirk Momber teilt mit: „Wofür ich dem Stones-Club dankbar bin!“

Liebe Stones-Club-Mitglieder, liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

unser Stones-Club-Präsidiumsmitglied Dirk Momber (http://www.stones-club-aachen.de/?s=dirk+momber) hat einen ganz persönlichen Artikel verfasst, den er unserem Stones-Club widmet. Dirk legt den allergrößten Wert darauf, dass dieser Artikel auf unserer Homepage veröffentlicht wird, damit wir seinen langen Leidensweg auch als Clubmitglieder weltweit zur Kenntnis nahmen können.

Wir haben Dirks Wunsch entsprochen und seinen Artikel in ungekürzter Fassung nachstehend zu Eurer gefälligen Kanntnisnahme auf unsere Homepage gepostet.

Manni Engelhardt -Stones-Club-Manager-

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Warum ich als Schwerstbehinderter so dankbar bin, Mitglied im Rolling Stones-Club-Aachen/Stolberg zu sein!

Im Jahr 1999 erlitt ich einen landwirtschaftlichen Unfall, bei dem ich mir 3 Halswirbel und zwei Brustwirbel brach.

Nach einer nicht ganz so erfolgreichen OP in der Uniklinik Aachen (5 von 6 Schrauben ragen tief in den Rückenmarkkanal) und der anschließenden recht fragwürdigen Schmerztherapie ( bis zu 18 Schmerzmittel, Psychopharmaka und Antiepileptika ) brach bei mir eine Medikamenteninduzierte Porphyrie aus.

Diese zwang mich in den nächsten 16 Jahren über 60 mal die Intensivmedizinische Behandlung der Aachener Krankenhäuser wahrnehmen zu müssen.

Menschen, die so krank sind, dass Sie auf die Hilfe anderer angewiesen sind, ziehen sich in der Regel zurück, grenzen sich aus oder werden ausgegrenzt.

Der Verlust der Freunde beginnt meistens in den ersten 5 Jahren. Keiner will ewig helfen oder sich ständig mit dem Behinderten durch die Öffentlichkeit quälen, denn leider ist es ja vielfach auch so, dass nicht nur Behinderte sondern auch deren Freunde und Helfer ausgegrenzt werden.

So steht man in relativ kurzer Zeit alleine da.

Ich habe großes Glück gehabt, denn in der Zeit, wo ich Freunde verlor, wurde ich mit sehr viel Herzlichkeit in den Rolling Stones-Club-Aachen/Stolberg aufgenommen. Und als große Ehre empfand ich es dann später, als ich einstimmig in das Stones-Club-Präsidium gewählt wurde.

Bei Veranstaltungen des Rolling Stones Club findet sich immer einer meiner neu gewonnenen Freunde, der bereit ist, die Mühe mich (incl. Rollstuhl und Notfall-Tasche) abzuholen und wieder nach Haus zu bringen.

Unsere Mittwochstreffen sind für mich immer das Highlight der Woche.

Dieses Jahr bin ich mit meinen Freunden vom Stones-Club nach Münster gefahren. Es war der schönste Tag des Jahres, denn ich war nicht nur dabei, sondern ich war mitten drin (http://www.stones-club-aachen.de/?s=ole+ohlendorff+ausstellung).

Bildergebnis für fotos stones club im m44

(Foto des Robin Heeren zeigt von links nach rechts Manni Engelhardt, Paul Sous, Dirk Momber der sich am Tisch stützt, Ludwig Jansen, Werner Gorressen, Klaus-Dieter Schröder und Gisela Schröder im M44 bei der Ole Ohlendorff-Ausstellung.)

Auch in der Zeit als in den Sozialgerichtsverfahren, die nach meinem Unfall anhängig waren und die Gutachter eine Psychiatrische Begutachtung über mehrere Tage auf der „Geschlossenen Abteilung“ durchsetzen wollten, waren meine Freunde vom Rolling Stones Club und vom AK Gewerkschafter an meiner Seite und sorgten mit dafür, dass die Sippe der „schwarzen und weißen Krähen“ mich nicht internieren konnten.

Und auch deshalb schreibe ich dieses Outing.

Ganz besonders danke ich unserem Club Manager Manfred Engelhardt, der mich als mein Sozialbetreuer durch alle Gutachten und Prozesse begleitet hat und mir den Halt gab, der dafür sorgte, dass ich bei diesem ganzen Stress nicht zerbrach.

Danke Rolling Stones Club!

Danke AK Gewerkschafter!

und vor allem Danke, lieber Manni!

Ich bin froh und dankbar dafür, in Eurer Mitte  sein zu können.

Dirk Momber

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1 Antwort zu Stones-Club-Präsidiumsmitglied Dirk Momber teilt mit: „Wofür ich dem Stones-Club dankbar bin!“

  1. Klaus-Friedel Klär sagt:

    Liebe Stonesgemeinde,
    es ist mit gesundem Menschenverstand kaum zu fassen, was dieser Mann mitmachen musste, um seine berechtigten Ansprüche geltend machen zu können. Wer kann schon erahnen, was in Zukunft für Mühlen noch mahlen werden? Aber die Stonesgemeinde und die Kollegen des Gewerkschafterkreises Aachen werden mit Sicherheit solidarisch weiter zu Dirk stehen, da bin ich felsenfest von überzeugt.
    Klaus-Friedel Klär

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