Auch das Jahr 2018 wird ein Stones-Goldjubiläumsjahr! Wir gehen zur Einstimmung ein Stück weit mit Stephen Davis in das erste Viertel des Jahres 1968 zurück!

Liebe Stones-Club-Mitglieder, liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

das Jahr 2018 wird wieder ein Jahr einiger GOLDJUBILÄEN der allergrößten, allerbesten und dienstältesten Rockband aller Zeiten und des Universums werden.

Wer von uns erinnert sich schon auf Anhieb daran, was THE ROLLING STONES im Jahre 1968 so alles produziert und fabriziert haben?

Zur Einstimmung auf das, was uns im Laufe des Jahres 2018 an Erinnerungen aus der Stones-Historie begegnen wird, möchten wir heute die Gelegenheit nutzen, einige Zeilen aus dem Buch des STEPHAN DAVIS (http://www.stones-club-aachen.de/?s=stephen+davis) mit dem Titel „Die STONES“ – EUROPA VERLAG – (www.europaverlag.de) ISBN 3 – 203 – 76075-4, zu zitieren.

               https://pictures.abebooks.com/isbn/9783203760759-de.jpg http://butterfliesfree.com/wp-content/uploads/2013/12/newsad2.jpg

(Rechtes Foto aus https://alchetron.com/Stephen-Davis-(music-journalist) zeigt den Stones-Buch-Autor Stephen Davis.)

Und zwar zitieren wir aus dem Abschnitt „Die fünfte Dimension“, Seiten 279 bis einschließlich Seite 282, in der die Stones zum Jahresanfang 1968 beschrieben sind:

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Im Jahr 1968 gingen die Stones wieder an die Arbeit. Es wurde ein wildes Jahr mit toller Musik, intensiven Filmarbeiten, linksradikaler Politik, harten geschäftlichen Auseinandersetzungen und persönlichen Tragödien. Es begann in der Fifth Dimension. Diesen Namen hatte Keith seinem Studio in dem alten Cottage auf dem Gelände von Redlands gegeben. Redlands war Keith` Spielplatz, und beliebte Spiele waren auf Wasserratten zu schießen, die am Ufer des Wassergrabens lebten, Motorradfahren, Bogenschießen, Messerwerfen, Joints zu drehen und mit den Hunden zu spielen. Die Hunde mussten ständig durch neue ersetzt werden, weil sie die Schafe benachbarter Bauern nicht in Ruhe ließen und von den erbosten Landwirten erschossen oder vergiftet wurden. An manchen Wochenenden war das ganze Living Theater bei Keith zu Gast. Auch legendäre Hippies wie Joe Monk gingen bei ihm ein und aus. (Monk wurde schließlich von einem Bauern erschossen, weil er Fasanen wilderte.) Das Haus wurde alle paar Wochen ausgeraubt, bis Keith sein achttausend Quadratmeter großes Grundstück durch eine dreimeter hohe Mauer umschließen ließ. Redlands war ständig voller Freunde und voller Musik. Für das Studio Fifth Dimension ließ Keith die Wände in dem Cottage herausbrechen, sodass ein großer zentraler Raum entstand, in dem George Chkiantz riesige Lautsprecher anschloss. „Tolles Echo in dem langen Raum“, meinte er. „Großartig, wenn man Platten von Wagner hören will.“ Keith ließ sich durch alte Platten von Blind Blake inspirieren. Er war fasziniert von den offenen Stimmungen der Gitarre auf den Platten, die der große Bluesvirtuose in den Zwanzigerjahren aufgenommen hatte. In der Fifth Dimension verwendete Keith primitive Kassettenrekorder von Philips und Norelco, um Sessions oder Demo-Bändere aufzunehmen.

Keith: „Sie hatten nur ein kleines Mikrofon, und ich überlaste es auf Teufel komm raus. Man stopft es einfach in die akustische Gitarre, spielt dann die Aufnahme über einen kleinen Außenlautsprecher ab, stellt auch vor den ein Mikro und nimmt das Ganze auf Band auf. So wurden ´Street Fighting Man´ und ´Jumpin` Jack Flash´ gemacht. Man  nimmt es auf, und dann  nimmt man es noch mal auf, mit einem Piano im Hintergrund, Nicky Hopkins oder Ian Stewart. Dazu vielleicht eine Sitar. Und das kommt alles auf eine Spur, so wird diese unheimliche Räumlichkeit erzeugt. Feenstaub!“

Aus frühen Demo-Bändern wie „Stuck Out All Alone“ wurde „You Can`t Always Get What“. Die Ideen, die bei einer endlosen Session auf „Two Trains Running“ entstanden, wurden zu „Midnight Rambler“. Die treibenden Akkorde von „Primo Grande“ entwickelten sich zu „Everbody Pays Their Dues“, aus dem wiederum „Street Figthing Man“ wurde. Eine neue Schwarzpressung mit unveröffentlichten Songs von Robert Johnson wie „Love in Vain“ (die man damals nur postalisch bei einem Underground-Bluesvertrieb bestellen konnte) inspirierten Keith zu neuen Bluesexperimenten wie „Meet Me at the Station“. Der Song wurde zu „No Expectations“ auf Beggar´s Banquet, dem ersten der vier klassischen Albem der mittleren Schaffensperiode der Stones zwischen 1968 und 1972.

Im Januar 1968 stand Magical Mysteriy Tour von den Beatles auf dem ersten Platz der LP-Hitparade. Brian war viel mit Jimi Hendrix zusammen. Er war mit dabei, als der am 21. Januar im Olympic Dylans „All Along the Watchtower“ aufnahm, und einige Tage später spielte er Sitar auf mitgeschnittenen Jamsessions mit Hendrix wie „Little One“. Er versuchte, seine angeschlagene Position bei den Stones wieder zu festigen, war viel in Redlands und ließ sich auch bei den Proben der Band manchmal blicken. Das neue Büro der Stones war eröffnet und lief gut. Stu suchte im Süden Londons nach einem Übungsstudio für die Band. Alle litten unter Geldmangel, und es gingen ständig Telexe an Allen Klein in New York mit der Bitte, der Band Geld für Häuser, Büroräume, Instrumente und Drogen zu überweisen. Mick erhielt schließlich fünfundzwanzigtausend Pfund, um das halb verfallene Stargroves zu bezahlen.

Im März engagierten die Stones Jimmy Miller als neuen Produzenten. Er hatte mit Family gearbeitet und die Platten der Spencer Davis Group mitproduziert. Die Stones hatten ihn kennen gelernt, als er im Olymic Traffic produziert hatte. Keith gefiel Millers Arbeitsweise, das, was er später „die Chemie hinter dem Mischpult“ nannte. Miller war selbst Schlagzeuger und hatte ein sehr gutes Gefühl für Rhythmen. Er konnte den Live-Sound einer Band gut einfangen, und seine stille Begeisterung setzte bei den Stones neue Kreativität frei.

Brian trat schon recht früh an den neuen Produzenten heran und sagte, dass er wohl nicht mehr viel beizutragen habe. Miller hielt darüber Rücksprache mit Mick, und der sagte: „Man kann ihn nicht zwingen, weißt du, aber er wird seine Sache schon recht machen.“ Die Band probte zwei Wochen in einem Studio in Surrey. Das Ergbenis war eine ganze Reihe neuer Songs: „Stray Cat Blues“, „No Expectations“, „Rock Me Baby“ von Howlin Wolf sowie die ersten Versionen von „Jumpin` Jack Flash“. Das großartige Riff der Songs beginnt mit einer Bass-Linie, die Bill Wyman einfiel, als er sich im Studio warmspielte. Später improvisierten Keith und Mick in Redlands und versuchten, neue Gitarrenstimmungen einzubauen, die sich bewusst von den Bluesstimmungen entfernten, mit denen sie immer komponiert hatten.

Keith: „Es war etwa sechs Uhr morgens, und wir waren die ganze Nacht auf gewesen. Der Himmel wurde schon hell, und es pisste. ´Jumpin` Jack Flash´ kommt von diesem Typ, Jack Dyer, der mein Gärtner war, ein alter englischer Bauer, der sein ganzes Leben auf dem Lande verbracht hatte… Mick und ich saßen also da, und plötzlich schreckte Mick zusammen. Er hört diese großen Schritte, diese großen Gummistiefel – schlurf, schlurf, schlurf – vor dem Fenster. ´Was ist das?´ Und ich sagte: ´Oh das ist Jack. Das ist Jumpin` Jack.´ Und wir hatten die offenen (E-)Stimmung auf meiner Gitarre. Ich begann herumzuspielen und sang: ´Jumpin` Jack´, und Mick sang: ´Flash!´ Und plötzlich hatten wir diese wunderbare alliterierende Zeile. Wir wachten auf und bauten das Ganze zusammen.Es ist eigentlich ´Satisfaction´ von hinten, außer dass es augf Akkorde gespielt wird und nicht auf einem verzerrten Gitarrenlauf.“

Mitte März nahmen die Stones mit Jimmy Miller und Glyn Johns im Olympic eine überladene frühe Version von „Jumpin` Jack Flash“ auf. Bei denselben Sessions entstanden auch die Songs „No Expectation“, „Parachute Woman“ und „Child of the Moon“. „Everybody Pays Their Duce“ war ursprünglich eine der Demo-Bänder aus Keith` Kassettenrecorder. Die Band versuchte sich daran im Studio, kam aber nicht in die Gänge. Dann packte Charlie Watts eine alte Spielzeugtrommel und ein Becken aus, die er kurz zuvor gekauft hatte, und stellte beides auf einen Teppich im Studio. Keith setzte sich im Schneidersitz neben ihn , und sie begannen zu spielen. Es klang toll, also nahm Keith die Sache mit seinem Kassettenrekorder auf. Sie überspielten diese einfache Aufnahme auf das Vierspurband und zwei Tage später auf Achtspur – mit einer Million Overdubs. Nun hatte das Stück eine drametisch klirrende Gitarre und ein indisches Summen und hörte sich ganz nach einer möglichen neuen Single an.

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Wer das Buch noch nicht hat, es aber gerne erwerben möchte, um es komplett lesen zu können, der kann es nach dem Klick auf den hier Link online erwerben:

https://www.amazon.de/Die-Stones-Stephen-Davis/dp/3203760754 !

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Und ab April 2018 posten wir unsere ROLLING STONES-GOLDJUBILÄUMS-BERICHTE 2018 dann zeitgerecht zu Ehren der ROLLING STONES und zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage.

Manni Engelhardt -Stones-Club-Manager-

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https://img.wennermedia.com/article-leads-horizontal/rs-7972-121110-rollingstones-9-rect-1352579213.jpg

(Foto des Michael Ochs Archives/Getty Images aus https://www.rollingstone.com/music/news/stones-get-studio-television-movie-19680120 zeigt die Stones im Jahre 1968.)

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Ein Kommentar zu Auch das Jahr 2018 wird ein Stones-Goldjubiläumsjahr! Wir gehen zur Einstimmung ein Stück weit mit Stephen Davis in das erste Viertel des Jahres 1968 zurück!

  1. Bernhard Jung sagt:

    Hallo liebe Leute,
    der Artikel ist gut gelungen. Der macht Appetit auf alles das, was in diesem Jahr noch historisch und gegenwartsbezogen auf der Homepage eures Clubs zu lesen stehen wird.
    Das Buch von Stephen Davis habe ich mir heute online bestellt. Das gehört in mein Stones-Bücher-Regal. Habe es bis dato noch nicht in meinen Händen gehabt.
    ROLLEND STEINIGER GRUSS
    Rolling Stones und Ronnie Wood-Fan Bernhard Jung

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