Stones-Club-Mitglied Elano Bodd erzählt: „Wie ich Stones-Fan geworden bin!“

Liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

die aktuelle AMERICA LATINA OLÉ-TOUR 2016 (http://www.stones-club-aachen.de/category/stones-tour-2016/) der allergrößten, allerbesten und dienstältesten Rockband aller Zeiten und des Universums hat unser Club-Mitglied, den Rolling Stones – Lyriker Elano Bodd (http://www.stones-club-aachen.de/?s=elano+bodd) inspiriert. Elano hat uns seine Story darüber zukommen lassen, wie er Rolling Stones-Fan wurde.

Diesen hochinteressanten und spannenden Beitrag haben wir zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme direkt auf unsere Homepage und in die Kategorie „FAN-STORYS“ (http://www.stones-club-aachen.de/category/fan-stories/) gepostet, worin sich viele ähnliche Beispiele befinden. Und wenn Ihr etwas zu Elanos geplantes Buch beitragen wollt, dann sendet ihm Eure persönliche Geschichte zu. Bei uns kann er einstweilen aus dem Vollen schöpfen! Wir wünschen Euch viel Spaß beim Lesen und sagen dem Elano ein herzliches Dankeschön dafür.

Manni Engelhardt –Club-Manager-

Elano Bodd erzählt: „Wie ich Stones Fan wurde!“

*Hallo Manni, hallo Stones-Familie,

endlich rollen sie wieder und das ist verdammt gut so, denn irgendwann wird es vorbei sein und die Welt dann deutlich ärmer dastehen. Wenn die Stones weiterrollen, sollten wir das auch tun und auf heißer Spur bleiben.
Darum geht es auch in dem Buch, das ich zur Zeit schreibe und das den gleichen Titel trägt, wie meine Show (mit Martin Rohdich, dem Ausnahme-Gitarristen und Alina Sebastian, der Ausnahme- Sängerin).

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(Foto zeigt von links nach rechts: Martin Rohdich, Elano Bodd und Alina Sebastian  – http://www.stones-club-aachen.de/?s=alina+sebastian)

Das Buch, das voraussichtlich im Herbst erscheinen wird, wird den Titel tragen: .“Es ist nicht nur Rock ´n´ Roll – Die wahre Bedeutung der Rolling Stones“. Wenn es unserem Stones-Club-Manager und der Rolling Stones-Familie des Clubs gefällt, werde ich einige Vorabzüge aus dem Buch hier veröffentlichen. Der erste Auszug ist übertitelt mit:
„Wie die Stones geistige Heimat für mich wurden“.

Ich möchte Euch jetzt einige kleine persönliche Geschichten erzählen, die aber eigentlich nur zeigen soll, dass die Stones mehr sind als Musik und weshalb sie deshalb in meinem Leben wichtig geworden sind. Ich bin mir dabei ziemlich sicher, dass viele von Euch ähnliches erzählen könnten und deshalb geht es dabei eigentlich auch nicht um mich. Und wenn Ihr möchtet, dann könnt Ihr mir Eure Storys zusenden und vielleicht werde ich sie dann hoffentlich veröffentlichen können.

Doch jetzt zu meinen kleinen Geschichten:
Es war Karnevalsdienstag im Rheinland in einer kleinen Stadt, in der ich meine Kindheit verbrachte. Karneval ist in der Kölner Gegend ein wirklicher Ausnahmezustand: eine Woche voller Tanz, Alkohol und Gesang, also endlich einmal etwas Anderes als die bürgerlichen Rituale der sonstigen Feiertage. Und ich rede hier von dem Karneval, der auf der Straße stattfindet. Doch in meiner Stadt war es schwierig, einen Tag vor Aschermittwoch, dem Ende des Karnevals, noch feierlustige Freunde zu finden. Und so zog ich allein durch die Straßen der ziemlich verlassen daliegenden Stadt, hin zu einem Café, wo ich noch Hoffnung hatte, Kumpanen zum Feiern zu finden. Einige Hundert Meter von meinem Ziel entfernt, drangen Gitarren-Akkorde durch die Nacht. Ich beschleunigte meine Schritte und dann erkannte ich es, aus der Musikbox meines Cafés erklangen die Akkorde von „I’m free“. Mit einem Schlag war all meine Einsamkeit verschwunden und ich hastete hin zu der Musik, weil ich wusste, dort in der Musikbox warteten Freunde auf mich: „Die Rolling Stones“. Das Café war völlig verlassen, doch ich war zu Hause und glücklich. Nach einigen Bierchen und nachdem ich den Wirt mit der permanenten Wahl der Stones-Stücke aus der Musikbox etwas genervt hatte, zog ich durch die nun wirklich leeren Straßen der Stadt nach Hause. Doch die Stones waren zum Leidwesen der schlafenden Bürger immer noch bei mir. Damals liebte ich es in den früh-morgendlichen oder spät-nächtlichen Stunden so laut ich konnte zu singen. Kennt außer mir noch jemand den Sound, den man in leeren und stillen nächtlichen Straßen erzeugen kann? Wahrscheinlich dem Alkohol gedankt, fand ich meinen Gesang dabei meist umwerfend. Noch heute klingt er in meinen Erinnerungen nach. In dieser Nacht sang ich natürlich: „I’m free to do what I want any old time I’m free to sing my song even if it’s out of trend“ in einer Endlos-Schleife. Es war Ende der 60er oder Anfang der 70er und die Bürgerlichen waren noch sehr eingeschüchtert durch den wilden neuen Geist mit seiner eigenen Musik, der jetzt im wahrsten Sinne des Wortes durch die Straßen zog. Meine Mutter pflegte, wenn sie meine nächtlichen musikalischen Ergüsse durch die Nacht schallen hörte, nur zu sagen: „ Willi“, was der Namemeines Vaters war: „Der Jong kommt nach Hause“. Willi pflegte daraufhin meist zu sagen:„Nettchen“, der Name meiner Mutter: „Der Jong es extrem“. Und damit hatte es sich dann. Am nächsten Tag wurde kein Wort mehr darauf verwandt. Doch die Zeiten änderten sich. Es muss so Ende der 70er gewesen sein, als ich wegen so etwas Ähnlichem einen Brief vom Ordnungsamt wegen nächtlicher Ruhestörung erhielt. Doch daran waren nicht die Stones schuld. Ich wurde schriftlich ermahnt nicht mehr in die Nacht zu rufen, dass es mir gut ging. Die Erklärung dieses merkwürdigen Geschehens ist Folgende: Ich hatte eine Katze, die den Namen „Happy“ trug, obwohl die Katze, bevor sie durch meine oft offene Tür auf direktem Weg zur Heizung trabte, Übles erlebt hatte, verdiente sie danach diesen Namen. Da hatte offensichtlich jemand den Ort gefunden, der der ihre war. Und auch mich machte der kleine Verbündete glücklich. Immer wenn ich nachts nach Hause kam, zugeben oft etwas zu gedröhnt, rief ich dann nach meiner Katze: „Happy“. Da hatte wohl einer der Nachbarn etwas falsch verstanden und das Ordnungsamt nahm den kleingeistigen Kampf gegen die Freiheit auf.
Und ab den 80er Jahren blieb die Freiheit dann immer mehr auf der Strecke und eine üble Sozialpädagogisierung der Gesellschaft setzte ein. So um das Jahr 2010 bekam ich Besuch von zwei Damen vom Jugendamt, weil sie eine anonyme Anzeige bekommen hatten, dass mein Sohn unter dem Tisch schlafen müsse. Mein Sohn war damals so 4 Jahre alt und ich hatte ein kleines Büro in seiner Nähe gemietet, um ihm nahe zu sein. Dort hatte er ein Schlafzelt, während ich in der Winterzeit, nach dem ich gerade aus Spanien zurückgekehrt war, viel Zeit frierend auf einer Kindermatratze unter meinem Arbeitstisch direkt an der Heizung verbrachte. Durch meine immer noch oft offenstehende Haustür war dann wohl einer der misstrauischen Nachbarn eingedrungen und hatte sich seinen Reim aus der Kindermatratze gemacht. Ja, die Zeiten hatten sich geändert. Doch immer noch spielten die Rolling Stones und waren oft Verbündete in einsamer Verzweiflung und immer noch schöpfte ich hin und wieder aus den Riffs von Keith neue Kraft. Aber auch ich hatte im Kampf um meinen Lebensunterhalt immer mehr Kompromisse machen müssen und die 80er Jahre Musik ließ mich sogar fast von der Musik selber wegkommen. Zurück zur Musik brachte mich auf für mich ein wenig mystische Weise mein Sohn. Viele glauben, ich hätte ihn auf die Stones konditioniert, doch die Beeinflussung lief merkwürdiger Weise eher in umgekehrter Richtung. Ich spielte ihm alle möglichen Sorten von Musik vor, dabei natürlich auch häufiger die Stones. Und dann saß der kleine Kerl eines Tages auf dem Rücksitz und brüllte aus Leibeskräften, wenn Musik lief. Ichbegann mir schon Sorgen zu machen und fragte dann eines Tages meine Frau, ob sie verstehe, was mit ihm los sei und was er da schreie. Es kostete sie wohl einige Überwindung mir zu sagen, was er da rief, weil sie wohl schon ahnte, was dadurch auf sie zukommen würde. Nun langer Rede guter Sinn. Der kleine Kerl dort hinten brüllte:
„Stones lauter“.

Das war sein erster Zweiwortsatz. Danach war ich gezwungen, ihm alle Songs von den Stones zu kaufen, die ichkriegen konnte, und bald kannte er sie besser als ich. Und ich fing an, mich wieder intensiver mit den Stones zu beschäftigen, die Texte zu übersetzen und sie auf der Gitarre zu spielen. Und alles lief dann darauf hinaus, die Show und das Buch: It’s more than Rock ’n‘ Roll zu entwickeln. Thanks God, thanks to the Rolling Stones and to my wonderfull son.
Und über die Musik der Stones gelang es mir, meinem Sohn meine Lebenseinstellung näher zu bringen, ohne ihn dabei zu moralisieren oder die Erwartung zu haben, er solle nun meine Lebensideologie übernehmen. Die Grundpfeiler dieser Lebensphilosophie sind Freiheit, Widerstand und geistige Heimat. Ob die meinem Sohn in seinem Erwachsenenleben auch etwas bedeuten, das überlasse ich gerne ihm. Aber ich erachte es als meine Pflicht, dass das, an was man glaubt, der nächsten Generation als eine mögliche Lebensform vorzuleben. Und vielleicht wird auch für ihn irgendwann Musik mehr sein als Unterhaltung und Zerstreuung. Haben wir, die alten Rolling Stones-Fans aus den ersten Jahren, uns nicht allzu bequem auch treiben lassen und vergessen, dass für uns Musik früher mehr war. Wie sagt Nietzsche: „Das, was uns verleitet, uns selber und unsere Werte zu vergessen ist die Bequemlichkeit.“ Ja, wenn man Tag und Nacht mit Musik berieselt wird und dabei auch Rolling Stones als Hintergrund unseres Medien- Konsumlebens zu hören sind, da kann man schnell vergessen, dass wir doch alle die Freiheit auf unsere Fahnen geschrieben hatten und unsere Verbündete Musikgruppen wie die Rolling Stones waren. Mich daran wieder erinnert zu haben, dafür danke ich ,meinem Sohn und ich hoffe, er wird mir irgendwann dafür dankbar sein, dass ich ihm Alternativen aufgezeigt habe, einen anderen Lebenssinn, als Konsumieren und Karriere machen, gezeigt habe, dass die Musik ihn immer wieder daran erinnern wird. Let’s hopeit.

Elano Bodd*

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/en/thumb/5/5d/IORNRCover.jpg/220px-IORNRCover.jpg

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