„Was es bedeutet Keef zu sein!“ / HAPPY BIRTHDAY, LIEBER KEITH RICHARDS, ZU DEINEM 71. GEBURTSTAG!

Liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Club-Mitglieder, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

am heutigen Tage (Donnerstag, den 18. Dezember 2014) kann ein

„URGESTEIN“ der ROLLING STONES mit Namen KEITH RICHARDS (http://www.stones-club-aachen.de/?s=keith+richards) mit Stolz auf seinen 71. Geburtstag blicken!

HAPPY BIRTHDAY LIEBER KEITH RICHARDS!

Ganz abgesehen davon, dass wir als Rolling Stones – Club – Aachen/Stolberg am Samstag, den 20. Dezember 2014, ab 19.00 Uhr, mit einem Freikonzert zu Ehren des KEITH im Bistro „KIEK IN“, Bischofstraße 43, 52223 Stolberg-Büsbach, mit der clubassoziierten Stones-Cover-Band „RED ROOSTER“, dessen Geburtstag angemessen und würdig begehen wollen (http://www.stones-club-aachen.de/category/20-club-geburtstag/), möchten wir hier und heute einmal aus dem aktuellsten Keith Richards – Buch mit dem Titel „KEITH RICHARDS – DAS LEBEN EINER ROCKLEGENDE“ (HEEL-Verlag / http://www.heel-verlag.de) des Bill Milkowski / Herausgeber Valeria Manferto De Fabianis sowohl die letzte Seite (Buchrückseite) als auch die Einleitung zitieren. Angemessener und treffender kann man aus unserer Sicht den heutigen Ehrentag des Keith Richards und ihn selbst nicht würdigen.

Manni Engelhardt -Club.-Manager-

Buchrückseite:

„EIN JUNGE AUS DER ENGLISCHEN PROVINZ WIRD ZUM WELTBERÜHMTEN ENFANT TERRIBLE, DAS DEN BLUES SPIELT UND DEN ROCK ´N ´ ROLL LEBT. MIT EINEM BEIN IM GEFÄNGNIS, MIT DEM ANDEREN IM GRAB, AM PRESSEPRANGER UND IM DROGENRAUSCH, DABEI STETS DEN SCHALK IM NACKEN, DIE ZIGARETTE IM MUNDWINKEL UND DIE FENDER IN DER HAND – EIN ROLLENDES URGESTEIN, DAS NUR PATINA, DOCH NIEMALS MOOS ANSETZTE, EIN FAUNISCHER TRICKSER UND SOLITÄR, DER MIT TOD UND TEUFEL TANZTE, DEN ROCKSTAR-LIFESTYLE ÜBERLEBTE UND SO UNSTERBLICHKEIT ERLANGTE.“

EINLEITUNG:

„Was es bedeutet, Keef zu sein

Er hat ein ausschweifendes Leben geführt, ging bis an die Grenzen, hat auf dem schmalen Grat zwischen Ordnung und Chaos getanzt und sich mit seinem unstillbaren, dionysischen Geist über alle Konventionen hinweggesetzt. Und all das ohne Reue. Betrachtet man heute berühmtes zerklüftetes Gesicht – in dessen grob geschnittenen Zügen man die reliefartige Karte seiner Lebensreise als Rock ´n´ Roll – Krieger zu erkennen glaubt –kann man sich kaum vorstellen, dass Keith Richards einmal Chorknabe mit engelsgleicher Stimme und Babyface in der Westminster Abbey sang. Er behauptet, zu den berüchtigtsten Stones – Zeiten nur zwei Mal pro Woche geschlafen zu haben – nur so konnte er während seiner langen, illustren Karriere wohl genug Triumpfe und Tragödien für drei Leben anhäufen. Das Leben des übergroßen Rockstars und echten Gitarrenhelden (laut Rolling Stone Magazine die Nummer 4 unter den 100 größten Gitarristen aller Zeiten) war lange von Heroinabhängigkeit und exzessiven Drogenkonsums geprägt. Er saß im Gefängnis und stand am Pranger der britischen Boulevardpresse, lag im Krankenhaus und war einige Male dem Tode nah. Doch er ist immer noch da. Nach all den Jahren rockt Richards – vielleicht der ultimative Überlebende des Rock ´n´ Roll – weiter wie eh und je. Mit seinem für ihn typischen sarkastischen Witz tut er kund, ´irgendwie stolz´ darauf zu sein, zehn Jahre lang in den Listen bevorstehender Todesfälle unter Prominenten auf Platz 1 gestanden zu haben. ´Ich war echt enttäuscht, als ich abstieg und schließlich auf Platz 9 landete´, schrieb er in seiner Autobiografie, dem Bestseller Life. Wie sagte er einst dem New Musical Express: ´Ich erhebe keinen Anspruch auf Unsterblichkeit.´ Meine persönlichen Erinnerungen an Keith reichen bis in meine Kindheit in den 1960er Jahren zurück. Aufgewachsen in Milwaukee, nur ein Steinwurf von Chicago entfernt, lernte ich dieselben Helden des Blues kennen, die Richards, der im englischen Dartford aufwuchs, als junger Kerl veehrte: Muddy Waters, Howlin´ Wolf, Jimmy Reed, Little Walter und andere. Durch meinen großen Bruder Tom, der Gitarre spielte, stand ich bald auf Fats Domino, Jerry Lee Lewis, The Coasters, Gary U.S. Bonds und den funkigen Piano-Stil aus New Oleans von Meistern wie Professor Longhair oder Eddie Bo. Ich war also bereits vorbereitet, als die Rolling Stones mit ihren Alben England´s Newest Hit Makers, 12 x 5 und The Rolling Stones, Now! Auf dem Höhepunkt der ´British Invasion´ hier auftauchten. Sie in der Musikshow Hullabaloo auf NBC ´Satisfaction´´, ´She said Yeah´ und ´Get off of My Cloud´ spielen zu sehen, war eine Offenbarung: Brian Jones und Keith Richards an identischen Gibson-Thunderbird-Gitarren und Mick Jagger mit unglaublich dicken Lippen und drahtigen Bewegungen, der wie ein Schwarzer klang. Ich lasse nun meinen Bruder Tom davon berichten, welchen Einfluss die Rolling Stones und besonders Keith Richards damals auf ihn hatten. ´Klar hatte ich zuerst die Beatles gehört. Dann hatte ich eine Freundin, die auf die Stones stand. Um die Kleine zu beeindrucken, nahm ich mir vor, alle Stones-Aufnahmen zu hören, die ich finden konnte. Das war 1965, aber noch bevor ´The Last Time´ und ´Satisfaction´ rausgekommen waren. Die Songs, die sich damals am besten verkauften, waren ´Heart of Stone´ und ´Little Red Rooster´, aber mein Favorit war ´Not Fade Away´. Sie schnappten sich diesen Popsong von Buddy Holly und machten daraus eine knackige Bo-Diddley-Nummer mit Mundharmonika und Akustik- und E-Gitarren, die ich viel aufregender fand als die Coversongs der Beatles, die dagegen blütenweiß klangen. Dieser ursprüngliche Beat und der authentisch schwarze Sound saßen bei den Stones einfach. Ich bin der Ansicht, dass darin viel mehr Gefühl steckte als bei den Beatles.´ Was die reine Gitarrenarbeit anging, zog Keith Richards meinen Bruder Tom viel mehr als Georg Harrison. Tom erklärt: ´Georg war viel mehr von Carl Perkins und Buddy Holly und den ganzen weißen Gitarristen beeinflusst. Ich erinnere mich noch daran, dass ich, als ich anfing, Stones LPs zu hören, bei jedem Stück mit der Nadel gleich zu Keith Richards gesprungen bin. Er hat gar nichts Superwildes gespielt, sondern coole, von schwarzer Musik beeinflusste Licks, die ich auch lernen könnte – dachte ich zumindest. Und sein Sound war immer perfekt für den Song. Es war klar, dass die Stones ganz im Rhythm & Blues zu Hause waren und viel Zeit damit verbrachten, und ich wette, Keith war von Anfang an hauptverantwortlich für ihren Sound. Aus meiner Sicht war er der Anti-Harrison.´

Als die Stones endlich in die Stadt kamen und Tom sie live in der Milwaukee Arena erlebte, war er begeistert von ihrer Protopunk-Haltung: ´Ich bewundere ihre trotzige Art. Scheiße, diese Kerle hoben einfach ihr Bein, wo es ihnen passte. Die Eltern und die Mädels in der Schule fanden diese hübschen Arschkriecher-Jüngelchen von den Beatles gut, aber für uns Renegaten gab es die Stones.´ Als Rittmeister höherer Güte prägte Keith mit seinen direkten, prägnanten und einfallsreichen Gitarrenriffs ikoniscxhe Lieder wie ´Satisfaction´, ´Start Me Up´, ´Brown Sugar´,´Jumpin´ Jack Flash´ oder ´Honky Tonk Woman´. Als Jünger der großen Gitarristen und Rockpioniere wie Scotty Moore und Chuck Berry und Blueshelden wie Muddy Waters und Jimmy Reed, schmiedete sich Richards (der sich als junger Kerl den Spitznamen Keef einhandelte) sein eigenes Gitarrenvokabular, das Geberationen aufstrebender Rocker beeinflusste. Nils Lofgren, Gitarrist in Bruce Springsteens E-Street Band, erinnert sich daran, wie er auf der Junior High School Feuer fing, als er ´Satisfaction´ hörte, und wie ihn die dunkle Stimmung, die Keith im Intro zu ´Gimme Shelter´ erzeugte, mit Ehrfurcht erfüllte. Er erzählte dem Rolling Stone: ´Keith hat Motive aus zwei und drei Tönen geschrieben, die mehr Kraft haben als jedes noch so großartige Solo. Ich sah Keith einmal mit den X-Pensive Winos. In der Garderobe fing er auf einmal an einen Chuck Berry-Riff zu üben. So hatte ich das noch nie gehört. Ich libe Chuck Berry. Aber das war besser. Garnicht mal in technischer Hinsicht – es steckte ein Gefühl darin, das mich ansprach. Was Chuck für Keith ist, ist Keith für mich.´

Richards selbst sagte einmal über dieses schwer fassbare Etwas, das Lofgren und spätere Gitarristen-Generationen berührt hat: ´Chuck hat etwas von T-Bone Walker und ich von Chuck, Muddy Waters, Elmore James und B. B. King. Wir alle gehören zur selben Familie, die schon Tausende Jahre alt ist. Wirklich, wir geben es nur weiter.´ Von seinem Können an der Gitarre einmal abgesehen, hat Richards auch seinen Platz in der Ruhmeshalle der Songschreiber sicher, als Teil des unverwüstlichen Teams Jagger/Richards, das er mit Mick Jagger, seinem langjährigen Songwriting-Partner und Freund/Feind fürs Leben bildet. Die beiden verbindet seit 50 Jahren eine Partnerschaft zwischen geistiger Verwandtschaft und Konfrontation, die von schöpferischer Kraft und Eifersüchteleien gleichermaßen geprägt ist. Ich hatte das Glück, Richards 1988 interviewen zu können, als er Werbung für sein Debüt-Soloalbum Talk is Cheep machte. Er war damals 44, sah aber 20 Jahre älter aus. Er rauchte Kette, trank während des gesamten einstündigen Interviews Jack Daniel´s und beantwortete meine zahlreichen Fragen auf eine ehrliche, sehr einnehmende und zuvorkommende Art. Er hörte aufmerksam zu, antwortete spontan und vermittelte mir den Eindruck, dass wir eine echte Unterhaltung führten, bei der nicht die gleichen Antworten, die er anderen eifrigen Journalisten schon tausendmal gegeben hatte, auswendig aufsagte. Schließlich erwähnte ich, dass sein alter Kumpel, der Bluesgitarrist, Robert Cray, abends in der Stadt auftreten würde, und fragte, ob er denn vorhabe, bei dessen Gig vorbeizuschauen. Keith lachte und sagte in seiner rasselnden Piratenstimme: ´Nö, Kumpel. Ich habe heute Abend Babysitterdienst.´ Es ging um seine Töchter Alexandra und Theodora, die damals zwei und drei Jahre alt waren. Nach unserem Plausch hatte ich den Eindruck, dass Keith ein bodenständiger Typ war, und fragte mich sofort, ob die Rolling Stones die Solo-Karrieren von Richards und Jagger überstehen würden. Keith erzählte mir: ´Was das angeht, probieren Mick und ich einander momentan irgendwie noch aus. Aber ich liebe diesen Kerl. Ich arbeite gern mit ihm zusammen. Er hat ein paar Sachen gemacht, die mich echt anpissen, aber nicht mehr als das, was zwischen Freunden so abgeht. Wenn du dich nicht auf deinen Kumpel verlassen kannst, dann bist du auch nicht sein Freund, richtig? Dann bist du ein Bekannter, kein Freund. Mick und ich sind schon ein Stück weiter, weil wir uns auch einmal gegenseitig beleidigen können. Wir sind nicht einfach zwei reiche Superstars, die sich einen Machtkampf liefern. Es geht eher darum, dass wir zueinander finden. Und ich glaube, Mick begreift wahrscheinlich gerade, dass er die Rolling Stones mehr braucht als die Rolling Stones Mick.´

Fast 25 Jahre nach meinem ersten Treffen mit Keith sind wir beide älter und weiser. Und während der klassenbewusste Sir Mick Jagger (am 12. Dezember 2003 zum Ritter geschlagen) sich gern in Gesellschaft von Berühmtheiten, Hoheiten und Macht-Eliten zeigt, ist Keith, davon bin ich überzeugt, ein unprätentiöser Kerl, der beim Abhängen mit seinen Kumpels genau so glücklich ist wie beim Jammen im L-förmigen Keller seines Hauses in Connecticut, wo er und Patti Hansen (einst ein Supermodel und seit 30 Jahren seine Ehefrau) leben.

´Ich bin genauso wie alle anderen´, erklärte er einmal dem New Musical Express, ´nur hatte ich irgendwie Glück´.

Noch hat Keiths Glückssträhne kein Ende. Vielleicht überlebt er uns alle. Und tritt dann zweifelsohne rockend ab.“

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