AN zum Stones-Konzert vom 07.06.14 in Landgraaf: / Heute sind die Rolling Stones auf der Waldbühne on Stage!

Liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Clubmitglieder, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

neben unserer eigenen Berichterstattung und Fotoserie über das Konzert der allerbesten, allergrößten und dienstältesten Rockband aller Zeiten und des Universums vor Aachens Haustür, die Ihr allesamt durch den Klick auf den nachstehenden Link aufrufen könnt: http://www.stones-club-aachen.de/?s=landgraaf, wollen wir Euch heute den nachstehenden Artikel aus den AACHENER NACHRICHTEN zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme auf unsere Homepage posten. Darin wird das Konzert der ROLLING STONES vom 07.06.2014 im Rahmen des PINKPOP-FESTIVALS recht manierlich belichtet.

Heute sind die Jungs in Berlin (WALDBÜHNE) on Stage, wo auch wieder einige Club-Mitglieder (z.B.: Präsidiumsmitglied Dirk, Club-Mitglied Anke Restorff, Club-Mitglied Frank usw.) dem Konzert beiwohnen werden. Hier stehen dann für unsere Homepage wieder tolle Berichte, Fotos und Videos an, die wir in den kommenden Tagen zu Eurer gefälligen Kenntnisnahme posten werden.

Manni Engelhardt –Club-Manager-

Di, 10. Jun. 2014
Aachener Nachrichten – Stadt / Kultur / Seite 10Falls einer Zweifel hatte: Sie können’s immer noch! Mit jeder Note von „Jumpin’ Jack Flash“ bis „Satisfaction“: Der Auftritt der Rolling Stones markiert den unbestrittenen Höhepunkt des 45. Pinkpop-Festivals

Von Jan Mönch

Landgraaf. Die undankbarste Aufgabe, die sich in einem langen Musikerleben denken lässt, übernehmen Bastille. Die Aufgabe lautet, vor den Rolling Stones auf die Bühne zu gehen. Wohlgemerkt: Nicht auf dieselbe Bühne, sondern auf die kleinere, rund einen halben Kilometer entfernte 3FM-Stage. Während die Londoner hier ihr Set beginnen, ziehen die Menschenmassen allerdings weg von dort, wo die sprichwörtliche Musik spielt, um sich frühzeitig einen halbwegs passablen Stehplatz vor der Hauptbühne zu sichern.

Für echte Stones-Fans dürfte die Frage, ob ihre Helden es noch können, an Ketzerei grenzen. Falls doch jemand Zweifel gehabt haben sollte, werden diese mit dem ersten Ton von „Jumpin’ Jack Flash“ weggewischt. In der Sekunde, in der Mick Jagger auf die Bühne stürzt, ist klar: Das 45. Pinkpop Festival ist eines, das in besonderer Erinnerung bleiben wird.

Musikalischer Superlativ

Im vergangenen Jahr hatten viele Fans Landgraaf mit dem Gefühl verlassen, dass der ganz dicke Fisch bei den Machern nicht angebissen hatte. Es ist nicht überliefert, ob Veranstalter Jan Smeets dies insgeheim genauso gesehen hat. Jedenfalls hat er für die 45. Auflage ganz einfach die Größten, die Erfolgreichsten, die Dienstältesten und nach Ansicht von Abermillionen auch Besten geholt, die der weltweite Musikzirkus jemals zu bieten hatte. Die Unverwüstlichen. Den musikalischen und kommerziellen Superlativ – die Rolling Stones. Dass mit Metallica auch noch das unbestrittene Heavy-Metal-Flaggschiff einlaufen sollte, geriet da fast ein bisschen ins Hintertreffen.

Die Stones jedenfalls hätte kaum einer dem Pinkpop zugetraut. Denn wie fast alle ganz altgedienten Weltstars machen auch sie sich auf ihre alten Tage rar. Die letzte Tour, die über’s europäische Festland führte, fand 2007 statt. Und auch 2014 sind in Europa nur 14 Termine angesetzt: in Metropolen wie Madrid, Rom, Paris, Tel Aviv, Berlin und Oslo. Und außerdem – in Landgraaf, keine 40 000 Einwohner, eine kleine Stadt in einem kleinen Land, 15 Autominuten von Aachen entfernt.

Kein Wunder also, dass Pinkpop ganz im Zeichen der berühmten Stones-Zunge steht, dem Logo der Band. Auf den Shirts, die am Samstag eine schiere Übermacht bilden, ist sie in jeder denkbaren Ausführung zu sehen. In den Shirts stecken glückliche Stones-Fans, mürrische Stones-Fans, muskulöse Stones-Fans, dicke Stones-Fans, Stones-Fans ohne Schulabschluss (weil noch viel zu jung), Stones-Fans, die fast so alt sind wie Charlie Watts, Stones-Fans im Rollstuhl, betrunkene Stones-Fans, einfach alles, einfach jeder; die Stones sind der kleinste gemeinsame Nenner, auf den das so vielfältige Pinkpop-Publikum sich bringen lässt. Und auch sonst ist 2014 alles etwas anders, noch etwas größer als sonst: Mit offiziellen Zahlen tun sich die Mitglieder der Festival-Crew schwer, manche sprechen von 60 000, andere von 70 000 Besuchern pro Tag. Fest steht: In den vergangenen Jahren wirkte es weniger voll. Schon der Pressebereich platzt aus allen Nähten.

Und dann war da noch dieser Maybach, der am Samstagnachmittag an den Normalsterblichen im Stau vorbei über die Gegenfahrbahn gelotst wurde. Wer den Gegenverkehr so rigoros zum Ausweichen auf den Grünstreifen zwingt, muss schon jemand sehr Wichtiges auf dem Rücksitz haben. Königin Beatrix zum Beispiel oder auch Mick Jaggers Fußpfleger. Oder war es gar Jagger selbst?

Was ist hier schon normal?

In jedem Fall treten Keith Richards, Ron Wood, Charlie Watts und Mick Jagger sowie sämtliche Begleitmusiker pünktlich auf die Bühne. Zum Einstieg gibt’s den Dreischlag „Jumpin’ Jack Flash“, „You got me rockin’“ und „It’s only Rock’n’Roll“ auf die Ohren. Jagger, kürzlich erst Ur-Großvater (!) geworden, prescht über die Bühne, als habe er seine Drogenkarriere nicht vor vielen Jahren beendet, sondern vor wenigen Minuten begonnen. Und Wood kann mit Fluppe im Mundwinkel und in Gitarristen-typischer, breitbeiniger Angeber-Pose auch um 1980 nicht cooler ausgesehen haben. Normalerweise sollten alte Männer sich so ja nicht benehmen. Doch „normal“ war nie ein Wort, dass sich zusammen mit den Stones in einem sinnvollen Satz unterbringen lässt.

Im Vorfeld des Festivals hatten die Briten sich mit Metallica einen albernen Zweikampf darum geliefert, wer die größere LED-Wand auffährt. Dass die Metaller aus San Francisco, ja lediglich lumpige 32 Jahre im Geschäft, die größere Ausrüstung bekommen könnten, war für die Egos der Briten wohl nicht hinnehmbar. Veranstalter Smeets musste nachbestellen. Wer die Stones zu Gast hat, der schlägt ihnen keinen Wunsch ab.

Trotz solcher Kapriolen ist die Show in Sachen Bombast und Effekten niemals überladen, der Auftritt lebt von der sensationellen Bühnenpräsenz, die Mick Jagger auch im 71. Lebensjahr nicht eingebüßt hat. Und natürlich von den zeitlosen Stücken, die bis in den hintersten Winkel des Pinkpop-Geländes abgefeiert werden. Im Set geht es weiter mit „Tumbling Dice“ und „Angie“, beim aktuellsten Song „Doom and Gloom“ schnallt Jagger sich selbst den Sechssaiter um, später schnappt sein Weggefährte Richards sich das Mikro. Und ja, sie können es noch, an jedem Instrument, vom ersten bis zum letzten Stück. Bei „Sympathy for the Devil“, zu dem Bühne und Band in dunkles Rot getaucht werden, ist ein vorläufiger Höhepunkt erreicht, es folgen „Brown Sugar“ und als erste Zugabe „You can’t always get what you want“.

45 Minuten überzogen

Als schließlich „(I can’t get no) Satisfaction“ erklingt, geht noch mal ein Aufschrei der Verzückung durchs Publikum, standesgemäße 45 Minuten haben die Stones da schon überzogen und somit beinahe zweieinhalb Stunden auf der Bühne gestanden. Jeder singt mit, und alle, alle wissen, dass da gerade die Besten für sie spielen.

Weil Tickets für so ein Ereignis schwer zu kriegen sind, weil die Stones nur noch selten auf Tour gehen, und weil – auch wenn mancher das leicht vergisst – auch Jagger, Richards, Woods und Watts nicht unsterblich sind, könnte es für viele das letzte Stones-Konzert gewesen sein.

Doch daran denkt in diesem Moment keiner.

Den Bericht über den letzten Pinkpop-Festivaltag, unter anderem mit Metallica, lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe.

 

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