BRIAN JONES WÄRE HEUTE 71 GEWORDEN

Liebe Stonerinnen und Stoner, liebe Freundinnen und Freunde unserer Homepage,

am 28. Februar 1942 wurde der Mitbegründer der allerbesten, allergrößten und dienstältesten Rock-Band aller Zeiten und des gesamten Universums, nämlich Brian Jones geboren. Diese Tatsache haben wir bereits in den Jahren 2011 und 2012 entsprechend mit Artikel auf unserer Homepage gewürdigt, wie Ihr nach den Klicks auf die folgenden zwei Links unschwer feststellen könnt:

http://www.stones-club-aachen.de/2011/02/28/brian-jones-wre-heute-69-geworden/ und http://www.stones-club-aachen.de/2012/02/28/heute-ware-brian-jones-70-geworden/ .

Wäre Brian Jones nicht am 03. Juli 1969 (Offizieller Todestag trotz aller Kritiken, da beißt die Maus keinen Faden ab!) gestorben, so hätte er heute auf seinen 71. Geburtstag zurückblicken können.

Wenn wir im Vorjahr mitteilten, es sei die Nacht vom 03. Juli auf den 4. Juli 1969  („Druckfehlerteufel“) gewesen, so sollte es ursprünglich heißen „in der Nacht vom 02. Juli auf den 03. Juli 1969“, was dann auch all denen entgegen kommt, die nach wie vor am 02. Juli 1969 als Todestag festhalten wollen. Es gab ja eine Fülle an Kommentaren dazu, die nicht alle als konstruktiv zu bezeichnen sind, die aber aufzeigen, dass Brian Jones bis heute zu seine eigene „eingefleischte“ Fangemeinde hat.

Und wie Ihr unschwer lesen könnt, haben wir auch dieses Mal dem ehemaligen ROLLING STONS-MITGLIED wieder einen Artikel in Memoriam gewidmet.

Heute lassen wir einmal den Schriftsteller und Buchautor und vor allen Dingen einen der allerbesten Stones-Kenner, Philip Norman, über Brian Jones zu Wort kommen, der in seinem Buch „MICK JAGGER – DIE BIOGRAPHIE“ (Droemer-Verlag – www.droemer.de ) an verschiedenen Stellen dieses Buches, das für jeden Stones-Fan ein unbedingtes „MUSS“ darstellt, Brian Jones  u. a. wie folgt belichtete:

BUCHABTEIL ZWEI Zwanghafte Coolness / Kapitel 11: The baby´s dead, my lady said / Seite 353

„…Brian wartete auf den Prozess wegen des am 21. Mai in seiner Wohnung gefundenen Cannabis und wegen der Verletzung der Bewährungsauflagen nach der vorherigen Hausdurchsuchung im Dezember 1967. Um das Risiko weiterer Polizeirazzien während der Bewährungsfrist zu vermindern, schien es ratsam, Brian über den Sommer aus London wegzubringen. Außer seinem Elternhaus im noblen Cheltenham hatte er jedoch nicht viele Möglichkeiten, und so wurden er und seine Freundin Suki Poitier in Redlands, Keiths Cottage in Sussex, einquartiert. Tom Keylock, Fahrer und Bodyguard der Stones, sollte ihn dort im Auge behalten. Das war keineswegs eine Verbannung, denn die Stones trafen sich regelmäßig zum Proben in Redlands, obwohl Brian selten mehr zustande brachte, als benebelt herumzuklimpern. Ansonsten trank er mit Mandrax gewürzten Brandy, schikanierte die geduldige Suki und blätterte benommen in Musikzeitschriften. Ihn plagte die Angst, die anderen könnten ihn schon stillschweigend ersetzt haben, womöglich durch Micks Gitarrenlehrer Eric Clapton, dessen Band Cream sich gerade auflöste.

Mick war aber nicht nur erleichtert, dass Brian aus dem Weg war, sondern zeigte auch manchmal eine Anteilnahme, die selbst Marianne überraschte – den einzigen Menschen, dem er seine sensible, fürsorgliche Seite zeigte. Wie es bei Popstars der 1960er Jahre üblich war, befragte sie eines Tages das I Ging, das Buch der Wandlungen, und das Orakel verkündete, Brian würde einen ´Tod durch Wasser´ erleiden. Beunruhigt bestand Mick darauf, dass sie beide sofort nach Redlands fuhren. Da er aber nun einmal sehr wählerisch war, verschmähte er das Essen, das Brian und Suki gekocht hatten, und wollte stattdessen mit Marianne in ein Pub gehen. Brian reagierte tötlich gekränkt. Es kam zu einem Faustkampf zwischen den beiden, der damit endete, dass Brian in Keiths gut einen Meter tiefen Gartenteich sprang und Mick ihn herausholte, wobei er seine neue Samthose ruinierte. ´Tod durch Wasser´- nicht ganz…“

Kapitel 12: Mein Prinz wird kommen / Seiten 400, 401, 402 und 403

„…Am folgenden Tag veröffentlichte das Büro von Les Perrin eine Presseerklärung, laut der Brian die Stones wegen ´musikalischer Differenzen´ verlassen habe. Seinen Ausstieg beschrieb man als ´freundschaftlichen Schlussstrich´ (wie sich zeigen sollte, eine unglücklich gewählte Formulierung). Brain erklärte in einer eigene Stellungnahme, er habe diese Entscheidung getroffen, weil ´ich bei den Platten, die wir machten, mit den anderen nicht mehr am gleichen Strang zog´. Mick fügte nicht ohne Wärme hinzu: ´Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass er sich am besten von uns trennt, damit er seinen eigenen Vorstellungen folgen kann. Wir gehen ohne Streit auseinander. Wir werden weiterhin Freunde bleiben und uns bestimmt auch künftig öfter sehen.´

Der Sommer 1969 brachte London noch einmal den Sonnenschein, der offenbar das ganze Jahrzehnt in sein Licht gehüllt hatte. Und am 7. Juni sollte die sonnige Stimmung der Jugend in einem bislang noch nie dagewesenen Ereignis ihren Ausdruck finden: einem Rockkonzert in einem der ehrwürdigsten königlichen Parks mit freiem Eintritt.

Man wählte den Hyde Park, die gut 140 Hektar umfassende Grünfläche inmitten der Viertel Knightsbridge, Bayswater und Mayfair, wo man gewöhnlich nichts Lauteres hörte als das Platschen der Ruder auf dem Serpentine Lake oder die Stimmen der Redner in Speakers´ Corner. Die Genehmigung hatte die neugegründete Veranstaltungsfirma Blackhill Enterprises erwirkt, und die Hauptattraktion des Abends sollte Blind Faith sein, eine erst kürzlich gegründete Supergroup mit Eric Clapton und Ginger Baker von Cream, Steve Winwood von Traffic und Rich Grech von Family. Auf der weitläufigen Erhebung in der nordöstlichsten Ecke des Parks nahe dem Mable Arch errichtete man eine Bühne, und die Zuschauer saßen im Gras oder auf Faltstühlen nur wenige Meter vom vorbeirauschenden Verkehr entfernt. 100000 Menschen erschienen, die mit Abstand größte Menge, die sich in London jemals versammelt hatte. Obwohl man um einen guten Platz kämpfen musste und unter der außergewöhnlichen Hitze litt – damals trug man noch keine Wasserflasche bei sich -, wurde kein einziger Fall von Gewalttätigkeit oder Trunkenheit gemeldet.

Blind Faith hatte sich gerade erst zusammengefunden, und ihr Set – darunter auch eine Coverversion des Stones-Song ´Under My Thumb´ – entsprach leider nicht ganz dem Hype, der um sie gemacht worden war. Trotzdem war die Atmosphäre fröhlich und von einem Gemeinschaftsgeist geprägt wie auf keinem anderen Konzert  seit Monterey. Im VIP-Bereich stieß Sam Cutler, der Organisator und Moderator, auf Mick, der ebenso hingerissen wie alle anderen mit Marianne und Nicholas über das Gelände schlenderte. Am Abend besuchte Cutler ein Konzert in der Royal Albert Hall, wo er Mick wiedertraf – diesmal ohne Marianne und Nicholas, dafür mit Marsha Hunt. Er wirkte äußerst aufgeräumt, denn ihm war gerade die zündende Idee gekommen, wie sie die Konzertkarriere der Stones wiederbeleben und ihren neuen Leadgitarristen vorstellen konnten. Sie würden gleichfalls ein Konzert mit freiem Eintritt im Hyde Park geben.

Wie immer, wenn Mick einen Entschluss gefasst hatte, ging es nun rasch voran. Man beauftragte Blackhill Enterprises, den Bühnenaufbau zu organisieren, und engagierte Sam Cutler erneut als Organisator. Cutler musste Jagger allerdings beibringen, dass ein Konzert mit freiem Eintritt auch in der von Altruismus geprägten Hippie-Äre nicht weniger kostet als ein kommerzielles. Mick hatte dafür eine elegante Lösung parat: Er verkaufte die Fernsehrechte an die Rundfunkgesellschaft Granada, die die Veranstaltung finanzieren würde und dafür die Exklusivrechte an den Stones erhielt, sowohl auf als auch hinter der Bühne.

Außerdem schaltete sich Rock Scully ein, der zufällig gerade auf der Durchreise in London war, ein Freund von Cutler und Manager der legendären Grateful Dead aus San Francisco. Scully erzählte begeistert von den eintrittsfreien Festivals in Kalifornien, deren Veranstalter Hells Angel einsetzten, um das technische Equipment zu schützen. Die Biker parkten ihre Motorräder an den Generatoren und errichteten auf diese Weise eine wirksame, zugleich aber – wie Scully betonte – gewaltfreie Barriere. Laut Cutler erwiderte Mick, er würde unter diesen Bedingungen auch gerne ein Konzert mit freiem Eintritt in Kalifornien geben.

So setzte man den 5. Juli als Termin für das erste Live-Konzert der Stones seit zwei Jahren fest. Ihr Comeback würden sie nur wenige Straßen westlich der Pubs und Clubs in Soho feiern, in denen Brian Jones der Band damals Leben eingehaucht hatte.

Daran dachte jedoch niemand, bis man zwei Tage vor dem Konzert eine schreckliche Entdeckung machte:

Brian Jones lag tot in seinem Swimmingpool.

Sein Tod wurde zum berühmtesten Kriminalfall der Popgeschichte.

Obwohl Brian ein hervorragender Schwimmer war, ertrank er im flachen Bereich des Beckens und in Rufweite zu seiner Freundin Anna Wohlin und einigen Hausgästen, die ihm ohne weiteres hätten zur Hilfe eilen können. Zuvor waren schon einige wichtige Repräsentanten der Popmusik völlig unerwartet gestorben; Jimi Hendrix, Janis Joplin und Jim Morrison sollten bald darauf folgen. Doch Brians besondere Mischung aus Brillanz und Neigung zur Selbstzerstörung – und die Tatsache, dass der dekadenteste Rockstar seiner Zeit in einem Pu dem Bären gewidmeten Garten starb – haben die Menschen auf beispiellose Weise zu Spekulationen und Verschwörungstheorien angeregt, die an den Fall Kennedy erinnern.

Unter Berücksichtigung des Drogen- und Alkoholgehalts im Blut und seiner für einen Siebenundzwanzigjährigen erschreckend schlechten körperlichen Verfassung erkannte man auf ´Tod durch Unfall´. Doch unter den investigativen Journalisten von Presse und Rundfunk hat sich bis heute der Verdacht gehalten, dass Brian ermordet wurde und dass das Lager der Stones mit Vertuschungsmaßnahmen dafür sorgte, dass der oder die Mörder nie zur Rechenschaft gezogen wurden. Gewöhnlich nannte man dafür als Motiv (ohne allerdings den kleinsten Beweis vorzulegen), dass die Trennung von Brian zwar scheinbar freundschaftlich verlief, er aber nach wie vor eine Gefahr darstellte oder ein dunkles Geheimnis der Band kannte, das er zu enthüllen drohte.

In den zahllosen Artikeln und Dokumentationen, die seit 1969 zu dem Fall veröffentlicht wurden, wurden die Stones niemals konkret beschuldigt, an einem Mord oder an einer Verschwörung beteiligt gewesen zu sein.

Aber man war ihnen Herzlosigkeit vor, weil sie Brian aus der von ihm gegründeten Band ausgestoßen hatten. Er sei im übertragenen Sinne vom Sockel gestürzt worden, ehe er auch real versank. Über Mick heißt es dabei gewöhnlich, er habe sich selbstsüchtig und gleichgültig gegenüber Brians besonderer Lage verhalten. Skrupellos habe er ihn aus der Führungsrolle gedrängt und sich anschließend keinen Deut um ihn geschert.

Doch dies hat mit der Wahrheit nicht das Geringste zu tun.

Was Brians Schicksal besiegelte, waren offenbar nicht Drogen oder Alkohol, sondern sein mitleiderregendes Bedürfnis nach Freunden, das nach seinem Abschied von den Rolling Stones noch stärker wurde…“

Ich denke, dass diese Buchzitate dem Ex-Stones-Mitglied Brian Jones, dessen Qualitäten als Musiker ihm sicherlich niemand absprechen darf, im Prinzip gerecht werden. Eine weitere Zusammenarbeit zwischen der Band und Brian Jones war aus der damaligen Sicht im Prinzip nicht mehr möglich.

Als Rolling Stones – Club – Aachen/Stolberg werden wir Brian ein ehrendes Gedenken bewahren. Nachstehend haben wir Euch einen Video-Link mit gepostet, in dem Brian unter dem Titel „Brian Jones – A Story of Our Time“ vom BBC Radio 1971 belichtet wird. Wir wünsche viel Spaß beim Hören und Betrachten.

Mit stoned Grüßen Manni Engelhardt –Club-Manager-

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1 Antwort zu BRIAN JONES WÄRE HEUTE 71 GEWORDEN

  1. Anke Restorff sagt:

    Liebe Stones-Fans,
    ein Dankeschön an Manni Engelhardt für seine Ausführungen zu Brian Jones. Brian
    war mein Lieblingsstone. Ihn zu Ehren sehe ich mir noch eine DVD aus den 60er Jahren
    an. Mir ist ein Ausspruch von Keith Richards in Erinnerung geblieben: „Du wirst nie
    dreißig Mann“ und Brian erwiederte zu Keith: „Ich weiß“.
    Ich verehre Brian noch heute, zumal er ja die „Seele“ der Rolling Stones war.
    Er liebte die Musik und sich, konnte jedes Instrument spielen. Noch ein treffendes Zitat
    von George Harrison: „Ich glaube nicht, dass er genug Liebe oder Verständnis bekam“. Das trifft sicherlich den Punkt.
    Ich werde seine Andenken in Ehren halten.
    Stones-Fan Anke

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