„Wir bleiben. Ganz bestimmt.“

Hallo liebe Stonerinnen und Stoner, hallo Clubhomepage-Besucher,

heute stand ein riesengroßer Artikel zum 50-jährigen Band-Jubiläum der allergrößten, allerbesten und dienstältesten Rockband aller Zeiten und des Universums in beiden großen Aachener Tageszeitungen. Diesen wunderbaren Artikel über THE ROLLING STONES können, wollen und dürfen wir Euch nicht vorenthalten, zumal diesem Artikel zu entnehmen ist, dass am 12. Juli 2012 ein Konzert in London stattfinden soll! Ich denke, dass das Geheimnis nun bald gelüftet wird, ob die Jubiläums-World-Tour in Europa oder Amerika beginnen wird. Ich denke, ob Wien, Prag, Paris oder letztendlich London der Opener zu dieser Tour sein wird, spielt keine Rolle; denn entscheidend ist, dass die Jungs anrollen werden.

Wünsche Euch viel Spaß beim Lesen des nachstehenden Jubiläumsartikels und verbleibe mit stoned Grüßen Euer

Manni Engelhardt –Club-Manager-

Sa, 14. Jan. 2012
Aachener Nachrichten – Stadt / Magazin / Seite 39

„Wir bleiben. Ganz bestimmt.“

Die Rolling Stones denken nicht ans Abtreten.Das Jubiläums-Jahr der Band hat begonnen.1962 wurde die Rock-Institution gegründet.

Von Steffen Rüth

Wir sind wirklich gut in Schuss“, versicherte Keith Richards nach Beendigung der „A Bigger Bang“-Welttournee vor fünf Jahren. „Wir brauchen eine Pause, auch voneinander, aber was wir ganz bestimmt noch nicht brauchen, das ist die Rente.“ Nicht nur der 68 Jahre alte Gitarrist, sondern auch sein gleichaltriger Gegenpolfreund Mick Jagger sowie die übrigen amtierenden Stones-Mitglieder Ron Wood (64) und Charlie Watts (70) dürften also mit einem breiten Grinsen die Nachricht quittiert haben, dass die britische Regierung am 1. Oktober 2011 das sogenannte „Verpflichtende Renteneintrittsalter“ hat fallen lassen. Seitdem muss auf der Insel niemand mehr nach Hause geschickt werden, wenn er 65 wird. Sondern kann so lange weiterarbeiten, wie er Lust, Luft und Körperkraft hat.

„Goldene Hochzeit“

Zwar kann den fidelen Freiberuflern die Gesetzesänderung schnuppe sein, doch sieht es derzeit ganz danach aus, als wollten sich die Rolling Stones in den kommenden zwölf Monaten einen ganz besonders großen Sack voll Arbeit aufladen. Zumal: Wann, wenn nicht 2012? In diesem Jahr zelebrieren die Herren nämlich ihr 50-jähriges Bestehen als Band. Die „Goldene Hochzeit“ gewissermaßen. Und sie scharren offenbar mächtig mit den Hufen. „Ich wüsste nun wirklich nicht, warum wir 2012 keine Show auf die Beine stellen sollten“, so Richards im vergangenen Herbst gegenüber der Musikzeitschrift, die fast so heißt wie die Band. „Ich zähle praktisch darauf.“

Hinter den Kulissen schachern bereits die großen Tourneeveranstalter wie AEG, Live Nation und der langjährige Stones-Promoter Michael Cohl um die Rechte an einer Tour, die – sollte sie stattfinden – die umsatzstärkste in der Geschichte des Rock’n’Roll zu werden verspräche. Auch kamen die Musiker vor Weihnachten zum ersten Mal seit langem wieder alle für eine Bandbesprechnung in London zusammen. Doch offiziell ist noch nichts. Insbesondere Mick Jagger zögert noch, heißt es. Er soll immer noch sauer sein auf Keith, der in seiner Autobiografie „Life“ ziemlich übel über ihn gelästert hat.

Ach Gottchen, so geht das doch bereits seit einem halben Jahrhundert. „Mick und ich sind wie zwei Brüder“, so Richards. „Wir brauchen das einfach mit dem Gezanke, es ist nicht böse gemeint, aber manchmal schreien wir uns halt an, damit wir uns gut fühlen können. Ein bisschen Ernst ist da natürlich auch bei, oft handeln unsere Meinungsverschiedenheiten davon, dass wir unterschiedliche Vorstellungen haben, was die Rolling Stones denn nun eigentlich sind. Die Theorien, die wir dabei aufstellen, sind manchmal so philosophisch, dass wir selbst sie nicht mehr restlos verstehen. Unterhalb dieser Ebene lauert aber ein sehr festes, stabiles Band, das uns zusammenhält. Ich kann nicht richtig erklären, was diese Verbindung zum Kleben bringt. Ich meine, über die Jahre haben wir alle oft genug versucht, das Stones-Band, absichtlich wie unabsichtlich, zu zerreißen, Es ist uns nie geglückt.“ Was das bedeutet, ist dem Gitarristen klar. „Dies es Band ist offenbar größer und stärker als unsere Egos. Was wirklich etwas heißen will.“

Rückblende. Mick Jagger war eigentlich ein schüchterner Junge. Immer ein bisschen zu schmal, ein bisschen zu klein, ein bisschen zu schmächtig. Nicht so einer von den wilden Typen wie Keith Richards, den er auf der Wentworth Primary School, also der Grundschule, in Dartford, Grafschaft Kent, kennengelernt hatte. Schon damals war Richards der Frechere, der Verwegenere, auch der Coolere der beiden. Bis heute hat sich daran nicht viel geändert. Jahre später traf man sich wieder, auf dem Bahnhof in Dartford. Jagger, der mit vollem Namen Michael Philip heißt, war in Dartford zur Welt gekommen, befand sich aber auf dem Sprung nach London. Schließlich hatte er dort einen Platz ergattert an der „London School of Economics“, und ein ordentliches Wirtschaftsstudium hat noch niemandem geschadet, auch Jagger sollte das später noch erfahren.

Sie haben den Rock’n’Roll neu definiert. Ach, im Grunde haben sie ihn überhaupt erst erfunden. „Worlds Greatest Rock’n’Roll Band“ nennen sie sich ja selbst, und niemand würde ihnen im Ernst diesen Titel streitig machen wollen. Mittendrin: Mick Jagger, das omnisexuelle Wunderwesen. Bessere Sänger und bessere Songwriter hat es immer gegeben, aber halt keinen besseren Charismatiker, keinen helleren optischen Fixstern. Solche Rockpersonen wie Jagger werden ja heutzutage gar nicht mehr hergestellt. Musikalisch teilte er sich die Verantwortung mit seinem Kreativpartner Richards. Keith kam eher vom Blues, Mick eher vom Pop, zwischen diesen Polen blieb sich die Band lebenslang treu.

Nach dem Treffen auf dem Bahnhof machten sie schnell Nägel mit Köpfen. Während Jagger zunächst weiter studierte, trieb Richards die Idee voran, re-krutiert weitere Mitglieder, darunter Brian Jones, der in den Anfangsjahren die Gruppe wesentlich prägte, dem Lebenswandel aber nicht gewachsen war und 1969 drogen- und alkoholkrank im heimischen Swimming Pool ertrank. Man schrieb die ersten Songs. Im Juli 1962, dem Jahr, in dem sie die Band gründeten, fanden sie auch endlich einen Namen: Rechtzeitig zum Livekonzert-Debüt am 12. Juli im Londoner „Marquee-Club“ ließen sie sich von Muddy Waters’ „Rollin’ Stone Blues“ inspirieren. Im folgenden Jahr schlossen sie einen Plattenvertrag mit Decca-Records ab.

„Rockmusik in einer Band zu machen, war früher etwas ganz Neues“, sagt Jagger heute. „Richtige Tourneen mit entsprechender Ausrüstung und Logistik, so wie sie heute für uns selbstverständlich sind, gab es damals in den Sixties noch gar nicht, das kam erst Anfang der 70er wirklich auf. Man zog noch von einer Stadt zur nächsten, unregelmäßig und oft ziemlich spontan.“ Viel Geld zu verdienen, war dementsprechend ein Ding der Unmöglichkeit, erst recht für die Musiker. Bis 1966 hatten die Stones schätzungsweise zehn Millionen Singles – am erfolgreichsten war natürlich („I Can’t Get No) Satisfaction“, das bis heute und mutmaßlich auch für alle Zeiten berühmteste Rolling-Stones-Lied – sowie fünf Millionen Alben verkauft. Kohle? Fehlanzeige.

„Wie jede andere Band auch wurden wir anfangs über den Tisch gezogen. Fast allen ging es ähnlich. Erst bist du dankbar, dass du überhaupt spielen darfst, dann reißt du dir irgendwann den Hintern auf, und ein paar Jahre später merkst du, dass du deine Rechnungen ja immer noch nicht bezahlen kannst.“ Jagger entsann sich seines Studiums, besserte Verträge nach, führte eine für Rockverhältnisse seinerzeit ungewöhnliche Effizienz ein, engagierte ein paar smarte Manager und ließ den Rubel allmählich immer mächtiger rollen. „Mein Studium half mir da nicht mehr viel weiter, ich bin ja sowieso kaum noch hingegangen. Aber ich war immer aufmerksam und habe eine Menge gelernt in den Jahren.“

Heute sind die Rolling Stones nicht nur die legendärste, sondern auch die langlebigste und erfolgreichste Rockband aller Zeiten. Eine Institution. Doch selbst wenn sie in ihrer Karriere etwa 240 Songs schrieben – darunter Kulturgut wie „Brown Sugar“, „Honky Tonk Woman“, „Angie“ oder „It’s Only Rock’n’Roll (But I Like It)“ und mehr als 200 Millionen Alben verkauften, so verdienen sie ihr Geld seit Jahren auf der Bühne. Die Konzertreisen sind es, die sich als Gelddruckmaschine erweisen. Seit der „Steel Wheels“-Tour von 1989 war jede der mit schöner Regelmäßigkeit absolvierten Welttourneen erfolgreicher als die vorherige.

Die „A Bigger Bang“-Konzertreise führte die Stones zwischen 2005 und 2007 erstmalig nach China. Richards: „Ein Traum, für dieses obskure Völkchen zu spielen. Ich hätte vor 30 Jahren auch niemals für möglich gehalten, mal in Moskau oder Ostberlin aufzutreten, also in Ländern, die uns lange als Feind und Gefahr gesehen haben.“ Als die Musiker am 26. August 2007 nach der letzten Show in der Londoner „O2-Arena“ ihre Einnahmen zählten, kamen sie auf einen Umsatz von 558 Millionen US-Dollar – ein Weltrekord, der erst in diesem Jahr von der „360 Degrees Tour“ von U2 übertroffen wurde.

„Ein komisches Ungetüm“

„Sie machen es einzig und allein noch wegen der Kohle“, wetterte der 1993 ausgestiegene Bassist Bill Wyman schon vor Jahren. „Mick und Keith können nicht aufhören. Die gehen doch nur deswegen noch immer auf Tour, weil sie nicht wissen, was sie sonst machen sollen.“ Dabei lässt sich nicht behaupten, dass die Musiker keine anderen Interessen hätten. Mick Jagger nahm unlängst mit seiner neuen Band Superheavy ein Album auf, Keith Richards kam mit „Life“ zu Schriftstellerehren und soll an einem zweiten Teil sowie an einer Soloplatte arbeiten.

Vorausgesetzt, man einigt sich – und wenn das Vermögen zu mehren war, hat sich diese Band noch immer geeinigt – dürfte in Kürze mit der Verkündung von Liveterminen für den Jubiläumssommer zu rechnen sein. Für den 12. Juli sollten sich Fans vielleicht schon mal um eine Unterkunft in London kümmern. „Ich bin gesund, mir geht es wunderbar“, so Mick Jagger. „Was soll ich denn sonst machen? Golfspielen vielleicht? Nein, dabei kriegt man einfach nicht genug Bewegung. Ich mache lieber weiter Musik.“ Und Kumpel Keith ergänzt: „Diese Band ist schon ein komisches Ungetüm. Wir sind aber sicher, dass wir noch viel anzubieten haben, und das die Welt sich freuen würde, wenn es die Stones noch lange geben wird. Also, Welt: Wir bleiben. Ganz bestimmt.“

▶ In dem halben Jahrhundert, das sie nun im Geschäft sind, haben die Rolling Stones seriös geschätzte zwei bis drei Milliarden US-Dollar umgesetzt.
Den Mammutanteil dazu tragen bei-leibe nicht mehr die Platten der Band bei, den letzten richtigen Hit hatte
sie 1981 mit „Start Me Up“, das anderthalb Jahrzehnte später noch mal für
etliche Millionen zu Werbezwecken
an Microsoft vertickt wurde.

▶ Seit dem 2005 veröffentlichten Album „A Bigger Bang“ gab es von den Stones keine neue Musik mehr, laut Keith Richards ist auch keine neue Platte in Arbeit. Die alten werfen ja auch genug ab, kürzlich erst wurde „Some Girls“ aus dem Jahre 1978 mit zuvor unveröffentlichten Songs auf den Markt gebracht. Und die Wiederveröffentlichung von „Exile On Main Street“ erreichte 2010 die Spitze der britischen Charts – 38 Jahre, nachdem das Werk erstmals dort stand.

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